Saubermacher-Experte Moritz Pichler steht lächelnd im grauen Anzug vor einem Firmengebäude. Im Interview erklärt er, wie Unternehmen durch professionelles Abfallmanagement, optimierte Abfalltrennung und effiziente Entsorgungsprozesse Kosten senken und die Kreislaufwirtschaft stärken können. Copyright Saubermacher
20. Oktober 2026

Wie Unternehmen ihre Entsorgungskosten senken können

Steigende Entsorgungskosten, komplexe Abfallströme und wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit stellen viele Unternehmen vor die Frage: Ist unsere Abfallwirtschaft eigentlich noch optimal aufgestellt? Im Interview erklärt unser Saubermacher-Experte Moritz Pichler-Knaus, wo Betriebe ansetzen können, welche Einsparpotenziale häufig übersehen werden und was ein professionelles Abfallwirtschaftskonzept leisten kann.

1. Wann lohnt sich ein professionelles Abfallwirtschaftskonzept für ein Unternehmen?

Moritz Pichler-Knaus: Ein Abfallwirtschaftskonzept lohnt sich immer dann, wenn ein Unternehmen Transparenz über seine Abfallströme schaffen und seine Entsorgungsprozesse systematisch verbessern möchte. Typische Anzeichen für Handlungsbedarf sind steigende Entsorgungskosten, viele unterschiedliche Abfallarten, häufig überfüllte oder kaum ausgelastete Behälter sowie Unsicherheiten bei der richtigen Abfalltrennung. In Österreich kommt auch eine gesetzliche Komponente hinzu: Für Standorte mit mehr als 20 Arbeitnehmer:innen ist ein Abfallwirtschaftskonzept grundsätzlich verpflichtend. Aber auch unabhängig davon ist eine regelmäßige Überprüfung sinnvoll. Denn Produktionsprozesse, Abfallmengen und betriebliche Abläufe verändern sich – und damit oft auch die Anforderungen an die Entsorgung

2. Wo liegen erfahrungsgemäß die größten Einsparpotenziale bei den Entsorgungskosten?

Moritz Pichler-Knaus: Einsparpotenziale liegen häufig nicht bei einer einzelnen Entsorgungsleistung, sondern im Zusammenspiel aus Abfalltrennung, Behältern, Abholintervallen und Logistik. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf den gesamten Prozess. Ein klassisches Beispiel sind Behälter, die zu groß dimensioniert oder nicht optimal ausgelastet sind. Auch unnötig häufige Abholungen verursachen Aufwand. Ein weiterer wichtiger Hebel ist die Abfalltrennung: Landen recyclingfähige Wertstoffe in kostenpflichtigen Restabfallfraktionen, entstehen vermeidbare Kosten und gleichzeitig gehen wertvolle Ressourcen verloren. Professionelles Abfallmanagement hilft dabei, diese Potenziale sichtbar zu machen und passende Maßnahmen abzuleiten.

3. Wie läuft eine professionelle Analyse der Abfallströme in einem Betrieb konkret ab?

Moritz Pichler-Knaus: Zunächst geht es darum, Transparenz zu schaffen: Welche Abfälle entstehen wo, in welchen Mengen und wie werden sie derzeit gesammelt und entsorgt? Anschließend betrachten wir den gesamten Weg eines Abfalls vom Entstehungsort bis zur Verwertung. Dabei spielen beispielsweise Behältergrößen und Füllstände, Sammelstellen, Abholintervalle, innerbetriebliche Transportwege und die jeweiligen Verwertungswege eine Rolle. Auch organisatorische Abläufe und Zuständigkeiten werden berücksichtigt. Aus dieser Bestandsaufnahme entsteht ein Gesamtbild der betrieblichen Abfallwirtschaft. Damit können wir erkennen, welche Prozesse bereits gut funktionieren und wo konkrete Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.

4. Welche Fehler passieren bei der Abfalltrennung in Unternehmen besonders häufig?

Moritz Pichler-Knaus: Häufig liegt das Problem weniger am fehlenden Willen als an zu komplizierten oder unklaren Sammelsystemen. Wenn nicht eindeutig erkennbar ist, welcher Abfall in welchen Behälter gehört, entstehen schnell Fehlwürfe. Deshalb sollten Sammelstellen möglichst einfach, gut erreichbar und eindeutig gekennzeichnet sein. Auch die richtige Anzahl und Positionierung der Behälter ist entscheidend. Gleichzeitig müssen Mitarbeiter:innen wissen, warum eine saubere Trennung wichtig ist und wie sie im Arbeitsalltag funktioniert. Gezielte Trennschulungen können hier einen großen Unterschied machen. Denn die beste technische Lösung funktioniert nur dann, wenn sie von den Menschen im Betrieb einfach und richtig angewendet werden kann.

Zwei Saubermacher-Mitarbeitende besprechen gemeinsam Unterlagen an einem Besprechungstisch. Im Fokus stehen die Analyse betrieblicher Abfallströme, die Optimierung von Entsorgungsprozessen und die Entwicklung eines professionellen Abfallwirtschaftskonzepts, um Entsorgungskosten zu senken und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Copyright Saubermacher

5. Wie lassen sich Behälter, Abholintervalle und Entsorgungslogistik optimal abstimmen?

Moritz Pichler-Knaus: Die optimale Lösung orientiert sich am tatsächlichen Abfallaufkommen des Betriebs – nicht an historisch gewachsenen Strukturen. Behältergröße, Standort und Abholintervall sollten deshalb immer gemeinsam betrachtet werden. Ist ein Behälter regelmäßig nur halbvoll, kann möglicherweise ein kleineres Gebinde oder ein längeres Abholintervall sinnvoll sein. Umgekehrt verursachen überfüllte Behälter zusätzliche Probleme im Betriebsablauf. Auch unnötige interne Wege oder schlecht platzierte Sammelstellen können Zeit und Kosten verursachen. Durch Mengenanalysen und – je nach Einsatzgebiet – digitale Lösungen oder Sensortechnik lässt sich die Entsorgungslogistik noch genauer an den tatsächlichen Bedarf anpassen.

6. Welchen Beitrag kann professionelles Abfallmanagement zu Recycling, Kreislaufwirtschaft und ESG-Zielen leisten?

Moritz Pichler-Knaus: Professionelles Abfallmanagement schafft zunächst die notwendige Datengrundlage. Wer weiß, welche Abfälle in welchen Mengen entstehen und welchen Verwertungsweg sie nehmen, kann gezielt daran arbeiten, Restabfälle zu reduzieren und mehr Wertstoffe im Kreislauf zu halten. Diese Transparenz ist auch für Nachhaltigkeits- und ESG-Ziele relevant. Unternehmen können Entwicklungen nachvollziehen, konkrete Maßnahmen definieren und Fortschritte besser dokumentieren. Abfallwirtschaft und Nachhaltigkeitsstrategie sollten deshalb nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Eine bessere Stoffstromtrennung, höhere Recyclingfähigkeit und effizientere Prozesse können konkrete Bausteine auf dem Weg zu mehr Kreislaufwirtschaft sein.

7. Wie stellt Saubermacher sicher, dass sensible Entsorgungsdaten und Informationen zu anderen Dienstleistern vertraulich behandelt werden?

Moritz Pichler-Knaus: Im Rahmen einer Analyse erhalten wir mitunter Einblick in sensible Unternehmensdaten – etwa zu Mengen, Kosten, Entsorgungswegen oder auch zu Leistungen anderer Entsorgungsunternehmen. Mit diesen Informationen gehen wir besonders verantwortungsvoll um. Unsere Beratungsabteilung arbeitet mit klaren Vertraulichkeitsregeln. Sensible Kundendaten werden nicht für vertriebliche Zwecke außerhalb der Beratung verwendet. Das gilt insbesondere auch für Preise oder Konditionen anderer Entsorgungsdienstleister: Diese Informationen fließen nicht in die Preisgestaltung unserer eigenen Entsorgungsleistungen ein. Für unsere Beratungsarbeit sind Vertrauen, Vertraulichkeit und Transparenz zentrale Voraussetzungen. Nur wenn Unternehmen ihre Daten offen zur Verfügung stellen können, ist eine fundierte und unabhängige Analyse der bestehenden Abfallwirtschaft möglich.

8. Was passiert nach der Analyse – und wie werden Verbesserungen tatsächlich umgesetzt?

Moritz Pichler-Knaus: Ein gutes Abfallwirtschaftskonzept endet nicht mit einem Dokument. Entscheidend ist, dass aus den gewonnenen Erkenntnissen konkrete und praktikable Maßnahmen für den Betriebsalltag entstehen. Das können beispielsweise neue Sammelstellen, andere Behältergrößen, optimierte Abholintervalle, Trennschulungen oder veränderte Verwertungswege sein. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt immer vom jeweiligen Betrieb ab. Saubermacher begleitet Unternehmen deshalb von der Analyse der bestehenden Abfallsituation über konkrete Optimierungsvorschläge bis zur operativen Umsetzung. Ziel ist ein Abfallmanagement, das nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern dauerhaft Kosten, Ressourcen und interne Abläufe optimiert.

Sie möchten wissen, wo in Ihrer betrieblichen Abfallwirtschaft Optimierungspotenzial steckt? Der Saubermacher Kundenservice unterstützt Sie bei der Analyse und Weiterentwicklung Ihres Abfallmanagements.

Hier finden Sie außerdem mehr Informationen zum Abfallwirtschaftskonzept.