Gruppenfoto bei der Eröffnung einer Batterierecycling-Anlage (GESA) in einer Industriehalle, mehrere Personen halten ein Schild zur nachhaltigen Umweltinitiative © 2026, Saubermacher_Nitzke
22. April 2026

Mit KI für mehr Rohstoffunabhängigkeit: Saubermacher und Meinhardt eröffnen eine der modernsten Batterierecyclinganlagen Europas

Der österreichische Umweltprofi Saubermacher und der deutsche Entsorgungsspezialist Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG haben im südhessischen Ginsheim-Gustavsburg (nahe Frankfurt) eine der modernsten Batterierecyclinganlagen Europas errichtet. Diese verarbeitet im Vollbetrieb automatisiert und KI-gestützt bis zu 100.000 Kilogramm Haushaltsbatterien pro Tag. Aus den Altbatterien werden im Recyclingprozess unter anderem kritische Rohstoffe wie hochreines Sekundärnickel zurückgewonnen, das bei der Stahlproduktion verwendet werden kann. Der gemeinsame Invest für die Anlage, in der auch Elektroaltgeräte aufbereitet werden, liegt im zweistelligen Millionenbereich. Gestern wurde das Werk im Beisein von Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft feierlich eröffnet.

Das Joint Venture von Saubermacher Recycling und Meinhardt verfolgt zwei Ziele: Die Anlage ist die Antwort auf den steigenden Entsorgungsbedarf von Geräte- und Haushaltsbatterien. Im Ergebnis soll mit der Rückgewinnung von recycelten Rohstoffen aus den Altbatterien aber auch die Unabhängigkeit von Rohstoffimporten für den Produktionsstandort Europa gestärkt werden. Mit dem neuen Behandlungsverfahren werden die geforderten Zielvorgaben für die Recyclingeffizienz der Europäischen Union aus der Batterieverordnung teils deutlich überschritten. Das neuartige Verfahren soll zudem zur Reduktion von Staubemissionen sowie Brand- und Explosionsrisiken bei der Aufbereitung von Altbatterien beitragen. Die Anlage wurde am Standort in Ginsheim-Gustavsburg nach höchsten Brandschutzstandards errichtet. Ein 24/7 aktives Überwachungs-, Detektions- und Löschsystem sorgt für maximale Sicherheit, Arbeitsschutz steht an oberster Stelle.

Sortenreinheit durch künstliche Intelligenz

In der neuen Anlage werden vor allem haushaltsübliche Gerätebatterien verarbeitet – etwa klassische AA- und AAA-Batterien, die man für Taschenlampen, Spielzeuge oder Fernbedienungen verwendet. Recycelt werden aber auch speziellere Batterietypen, beispielsweise aus Elektrowerkzeugen wie Akkuschraubern. Das geschieht in einem hochautomatisierten Prozess, der eine Sortiergenauigkeit von höher 99 Prozent erreicht. KI-basierte Systeme und Röntgentechnologie identifizieren das jeweilige chemische Batteriesystem. Auf diese Weise lassen sich die in den Altbatterien enthaltenen wertvollen Sekundärrohstoffe wie Nickel, Eisen, Zink oder Aluminium gezielt zurückgewinnen. Bis zu 100 Prozent der Metalle können dem Recycling zugeführt werden. Die Materialströme sind dabei durchgängig digital erfasst.

Einblicke in die neue Anlage

Einblicke in die neue Anlage

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Volle Rechtssicherheit

Die Recyclinganlage erfüllt alle Anforderungen der EU-Batterieverordnung sowie des nationalen Batterierecht-Durchführungsgesetzes1. Aber nicht nur das: Mit der Umsetzung der europäischen Abfallverzeichnisverordnung werden in Deutschland gemischte Haushaltsbatterien künftig als gefährlicher Abfall eingestuft. Damit steigen die genehmigungsrechtlichen Anforderungen an die Annahme und Behandlung von Altbatterien deutlich: Um relevante Mengen gefährlicher Abfälle am Standort verarbeiten zu dürfen, ist eine Einstufung als Störfallbetrieb der oberen Klasse erforderlich. Diese Voraussetzungen erfüllt die Anlage in Ginsheim-Gustavsburg bereits heute. Sämtliche dafür notwendigen Genehmigungen liegen vor. Das Vorhaben wurde mit Mitteln in Höhe von 1.145.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

1 Das im Oktober 2025 in Kraft getretene Batterierecht-Durchführungsgesetz (BattDG) dient der Durchführung und Ergänzung der EU-Batterieverordnung in Deutschland. Es soll das Marktverhalten der verpflichteten Akteure nach BattDG, einschließlich Rücknahme, Entsorgung und erweiterter Herstellerverantwortung, regeln, um Umweltstandards zu erhöhen.

Große Besuchergruppe bei der Eröffnung einer Batterierecycling-Anlage in einer Industriehalle mit moderner Technik und Produktionsanlagen © 2026, Saubermacher_Nitzke
Im Rahmen der Eröffnung der Anlage für Batterierecycling versammelten sich zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die Veranstaltung bot Einblicke in innovative Technologien und unterstrich die wachsende Bedeutung des Batterierecyclings für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.© 2026, Saubermacher_Nitzke

Boris Rhein, Ministerpräsident Hessen: „Mit der Eröffnung der neuen Batterierecyclinganlage zeigen die Saubermacher Dienstleistungs AG und die Meinhardt Städtereinigung GmbH, was möglich ist, wenn Verantwortung und Fortschritt Hand in Hand gehen. Die Anlage gehört zu den modernsten ihrer Art in Europa und vereint innovative Sortiertechnologie mit höchsten Sicherheits- und Umweltstandards. Das zeigt: Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stärke sind kein Widerspruch. Die beiden Unternehmen leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft, mehr industrielle Wertschöpfung und einen starken Wirtschaftsstandort Hessen. Das Land hat daher auch gerne mit 700.000 Euro gefördert.“

Antje von Broock, Abteilungsleiterin Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN): Je mehr Rohstoffe aus alten Geräten wir für neue Produkte verwerten, desto unabhängiger werden wir von internationalen Lieferketten. Batterierecycling ist ein wichtiger Schritt, um die Versorgung mit Rohstoffen in Deutschland zu sichern. Entscheidend sind dabei die Verbraucher:innen: Wer seine Batterien an einer Sammelstelle abgibt, leistet einen wertvollen Beitrag für mehr Rohstoffsicherheit. Alte Batterien gehören nicht in die Restmülltonne! Die hochmoderne Anlage am Standort Ginsheim-Gustavsburg hilft dabei, viele Rohstoffe nachhaltig im Kreislauf zu halten. Zugleich reduziert das neuartige Recyclingverfahren Staubemissionen und senkt Brand- und Explosionsrisiken bei der Aufbereitung von Altbatterien.“

Hans Roth, Saubermacher Gründer: „Gemeinsam lässt sich mehr erreichen, das beweist diese neue Anlage. Saubermacher und Meinhardt zeigen, was es heißt, Expertise zu bündeln und damit nachhaltige, zukunftsfähige Innovation zu ermöglichen. Mit der Errichtung dieses Werks haben wir partnerschaftlich einen weiteren Schritt in Richtung unserer Vision „Zero Waste“ gemacht.“

Andreas Opelt, CEO Saubermacher: „Unsere neue Anlage steht für Qualität und Sicherheit für Mitarbeiter:innen und Umwelt. Wir wollen den teilweise rückständigen Status der Aufbereitungsprozesse von Batterien in Europa auf den aktuellen Stand der Technik heben. Damit möchten wir den Inverkehrbringern von Batterien, die uns ihr Vertrauen schenken, die Sicherheit geben, dass beim Recycling ihrer Produkte strengste Auflagen eingehalten, höchste Recyclingquoten erzielt und unnötige Transportwege quer durch Europa vermieden werden.“

Marco Hastenteufel, Geschäftsführer Saubermacher Recycling GmbH: „Die Eröffnung dieser Anlage ist ein zentraler Schritt hin zu einer skalierbaren Kreislaufwirtschaft für Batterien. Wir investieren hier bewusst in Deutschland – auf einem Niveau, das höchste Anforderungen an Sicherheit, Umweltstandards und Prozessqualität erfüllt. Entscheidend ist nun, dass sich diese hohen Standards im Wettbewerb auch widerspiegeln. Denn nur ein verlässliches und faires Marktumfeld ermöglicht es, die dringend benötigten Recyclingkapazitäten in Europa nachhaltig aufzubauen.

Matthias Harms, CEO Strategic Waste Holding/kommissarischer Präsident des BDE: „Moderne Recyclinganlagen wie diese stärken die Kreislaufwirtschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffresilienz in Europa. Sie zeigen, wie Innovation dazu beitragen kann, Wertstoffe im Kreislauf zu halten und unsere Abhängigkeit von Importen zu verringern. Solche Projekte sind ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren und resilienteren Wirtschaft.“

Torben Kraffczyk, COO Meinhardt-Gruppe: „Unsere Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg zeigt, wie innovativ mittelständische Unternehmen in der Abfallwirtschaft sind. Gleichzeitig setzen wir uns mit diesem Projekt dafür ein, unseren Mitarbeitenden Sicherheit und eine nachhaltige Zukunft in der Meinhard-Gruppe zu bieten.“

Logo des Umweltinnovationsprogramms neben dem Schriftzug des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Bundesadler
Das Vorhaben wurde mit Mitteln in Höhe von 1.145.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

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Junger Mann mit kurzen Haaren und verschränkten Armen sitzt in einem modernen Büro vor einem Tisch und lächelt in die Kamera – Fotocredit: Martina Majland