Hans Roth und GĂŒnther Albel vorm smarten LKW
17. Dezember 2020

„Smart Waste“ – Intelligente Abfallsammlung erhöht Umwelt­freundlichkeit und spart Geld

Im Rahmen eines Pilotprojekts wertet der von Saubermacher entwickelte Wertstoffscanner der Firma Scan-Tech die QualitĂ€t der MĂŒlltrennung aus. Nutzerinnen und Nutzer erhalten Tipps per SMS und die MĂŒll-App direkt auf ihr Handy. Auch die Glassammlung wird schlau. Ziele: Wertstoffe erhalten, die Abfallentsorgung verbessern und das Klima schĂŒtzen.

Die Stadt Villach engagiert sich auf vielen Ebenen fĂŒr die Steigerung der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen. Dazu zĂ€hlt auch der richtige Umgang mit anfallendem Abfall. Nach aktuellen Analysen landen noch immer bis zu 70 Prozent falsche AbfĂ€lle im RestmĂŒll, also der schwarzen Tonne. Die eine HĂ€lfte davon sind Wertstoffe wie Altpapier und Plastikverpackungen. Die andere HĂ€lfte sind BioabfĂ€lle, die folglich nicht mehr verwendet werden können.

Saubermacher konnte bei ersten PiloteinsĂ€tzen eines sogenannten Wertstoffscanners gemeinsam mit dem direkten Feedback an die teilnehmenden Haushalte in der Steiermark die FehlwĂŒrfe halbieren. In Villach wird nun in einer Kooperation zwischen Saubermacher und der Stadt ein grĂ¶ĂŸerer Testlauf gestartet. Das Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der „SMART CITIES INITIATIVE“ durchgefĂŒhrt.

„Auch vermeintlicher ‚MĂŒll‘ kann wertvolle, wiederverwertbare Stoffe enthalten. Mit dem smarten Wertstoffscanner helfen wir in Zusammen­arbeit mit Saubermacher den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern dabei, ihren HausmĂŒll noch besser zu trennen. Das spart Ressourcen und schont in weiterer Folge die Brieftasche“, sagt BĂŒrgermeister GĂŒnther Albel.

„Die direkte RĂŒckmeldung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, weil umweltfreundliches Verhalten unmittelbar belohnt und positiv verstĂ€rkt wird. Das Konzept ist weltweit einzigartig“, so Hans Roth, Saubermacher-GrĂŒnder.

Theresia Vogel, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Klima- und Energiefonds: „Digitalisierung kombiniert mit dem Schließen möglichst regionaler MaterialkreislĂ€ufe sind wesentliche SchlĂŒssel, um die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung erreichen zu können. Die Stadt Villach und Saubermacher zeigen, wie sie smart in den Alltag der Menschen integriert werden kann. Ein tolles Projekt, großartige Partner und schon jetzt ganz hervorragende Ergebnisse. Gratulation an die Projektpartner und an die Villacher, die aktiv mitarbeiten.“

In einem ersten Schritt wurden in den vergangenen Wochen rund 500 HausmĂŒllbehĂ€lter in Villach mit den notwendigen Chips, die den Namen „FRITZ“ (Fortschrittlich, Recyclingfördernd, Innovativ, Technologisch, Zukunftsorientiert) tragen, ausgestattet. Die Chips befinden sich an den MĂŒlltonnen und verfĂŒgen ĂŒber eine Identifikationsnummer. Mit dieser kann eine MĂŒlltonne einem Haushalt zugeordnet und so das persönliche MĂŒlltrennergebnis mitgeteilt werden.

Derzeit lĂ€uft der eigentliche Probebetrieb: In einem eigens umgerĂŒsteten MĂŒllwagen ist ein sogenannter Wertstoffscanner installiert. Dieser untersucht wĂ€hrend des Entleerungsvorganges der einzelnen MĂŒlltonnen die materielle Zusammensetzung des HausmĂŒlls. Der Scanner ist dank spezieller Sensoren/Kameras und einem neuronalen Netzwerk zwar „smart“, erkennt aber keine Details des HausmĂŒlls. „Das bedeutet: Der Scanner erkennt Abfallmaterialien, also ob es sich um Glas oder Papier handelt. Er weiß nicht, ob zum Beispiel eine bestimmte Zeitung oder ein Dokument im MĂŒll gelandet sind“, erklĂ€rt Horst Niederbichler von den Villacher Saubermachern. Der Wertstoffscanner wurde gemeinsam von Fahrzeugbauer Stummer, Joanneum Research, der TU Graz und Saubermacher entwickelt.

Bedenken rund um das Thema Datenschutz konnten im Vorfeld ausgerĂ€umt werden. „Die Teilnahme am Pilotprojekt ist freiwillig. Die Zustimmung zur Verarbeitung der Daten wird ĂŒber die MĂŒll-App eingeholt. Die einzelnen Ergebnisse der Abfalltrennung werden nicht veröffentlicht. Jeder Haushalt bekommt seine auf ihn zugeschnittene RĂŒckmeldung sicher per SMS oder in einem direkten Feedback, zum Beispiel ganz klassisch per Brief, von der Abfallberatung“, sagt Niederbichler.

Hans Roth und GĂŒnther Albel vor einem Altglascontainer
Hans Roth und BĂŒrgermeister GĂŒnther Albel prĂ€sentieren die intelligente Glassammlung in Villach. (Fotonachweis: Stadt Villach)

Hightech-Sensoren auch fĂŒr Glascontainer

Gleichzeitig mit dem Wertstoffscanner testet Saubermacher im ZustĂ€ndigkeitsbereich des Abfallwirtschaftsverbandes Villach eine weitere Möglichkeit zur Steigerung der Entsorgungseffizienz: In die rund 1.100 Altglas- Container wurden Sensoren eingebaut. Diese erkennen, wenn die Container fĂŒr das Altglas voll sind und melden dies an eine intelligente Plattform. Dieses von SLOC, einem steirischen Start-up, mit dem Praxisinput von Saubermacher entwickelte IoT-Tool vernetzt verschiedene Parameter, z. B. BehĂ€lterfĂŒllstand, max. LKW-Nutzlast etc. Es erstellt einen gesamthaft optimierten Tourenplan. Im
konkreten Pilotversuch testet der KĂ€rntner Abfallwirtschaftsbetrieb Huber Entsorgung die innovative Logistikoptimierung.

„Das heißt also, dass es in Zukunft möglich sein wird, Glascontainer nach Bedarf zu entleeren und nicht nach festgelegten Intervallen“, sagt BĂŒrgermeister GĂŒnther Albel, der auch Vorsitzender des Abfallwirtschaftsverbandes ist.

Mit der neuen Technologie kann man frĂŒher auf bereits voll werdende Container reagieren und vermeidet „wildes“ Abstellen von Flaschen. Gleichzeitig kann man auf Abholfahrten verzichten, wenn Container noch halbleer sind. „Auch so sparen wir Ressourcen und schonen die Umwelt“, ist BĂŒrgermeister Albel ĂŒberzeugt.

Die Organisation der Altglasentsorgung obliegt in Österreich dem Sammel- und Verwertungssystem Austria Glas Recycling (AGR). Die vielversprechenden Ergebnisse eines Pilotprojekts in Niederösterreich haben die AGR und den Abfallwirtschaftsverband veranlasst, das Projekt in Villach zu starten.

„Gemeinsam mit unseren Partnern initiieren wir digitale Lösungen, mit denen es gelingt, Wertschöpfungsketten in der Abfallwirtschaft zu verbessern. Das Projekt zur intelligenten Glassammlung zeigt, wie Digitalisierung die Effizienz erhöht und AblĂ€ufe vereinfacht“, so Hans Roth.

Pressetext zum Thema

Impressionen

Auf unserem Flickr-Account finden Sie alle Fotos in DruckqualitÀt.

Mehr auf Flickr

Kontakt

Bei Presseanfragen wenden Sie sich bitte an:

Mag. Bernadette Triebl-Wurzenberger +43 664 80598 1013
Bernadette Triebl Wurzenberger