Hans Roth (Saubermacher), Rico Günther (Liofit) und Thomas Haid (Saubermacher) präsentieren in einer Industriehalle die Initiative „Reuse oder Recycling“ zur Reparatur und Wiederverwendung von E-Bike-Akkus. © 2026 Saubermacher/Scheriau
12. Feber 2026

Reuse oder Recycling: Saubermacher und Liofit retten E-Bike-Akkus

Saubermacher und die deutsche Liofit GmbH schenken ausrangierten E-Bike-Akkus ein zweites Leben: Nach einem Scan mittels App erkennt die KI-gestützte Diagnose-Software von Liofit, ob ein Akku repariert oder als Ersatzteilquelle genutzt werden kann. Fällt er beim smarten Qualitätscheck durch, geht er ins Recycling. Ziel der beiden Partner ist, wertvolle Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf zu halten und dadurch CO2-Emissionen und Kosten einzusparen. Auch am Saubermacher Standort Premstätten sollen Fahrrad-Akkus künftig im größeren Maßstab technisch bewertet und repariert werden können.

Über 1 Million E-Bikes waren zuletzt auf Österreichs Straßen unterwegs (klimaaktiv). In Deutschland sind es bereits knapp 16 Millionen (ADFC). Ihr Herzstück: Lithium-Ionen-Akkus. Diese müssen laut EU-Batterieverordnung ab dem Jahr 2027 entnehm- und austauschbar sein. Die gemeinsame Initiative von Saubermacher und Liofit steht damit künftig auf einer stabilen gesetzlichen Basis. Die beiden Partner arbeiten am Saubermacher Standort in Premstätten daran, E-Bike-Akkus möglichst lange funktionsfähig und im Kreislauf zu halten.

Reuse, Repair oder Recycling

Dabei steht der Knowhow-Transfer an erster Stelle. Künftig sollen ausrangierte Batterien, ohne sie zu öffnen, qualitativ bewertet und vorsortiert werden können: Dank Software bzw. App von Liofit. Diese liest mittels Handy-Scan das Etikett des Akkus aus und gleicht sie im Hintergrund automatisiert mit einer Akku-Datenbank ab, die rund 1.000 verschiedene Modelle umfasst. Gibt die App „grünes Licht“, eignet sich der Akku für eine mögliche Reparatur oder zur Entnahme von Ersatzteilen. Jeder Akku ist anders und muss individuell geprüft und ausgebaut werden. Dazu liefert die Datenbank praxisnahe Videoanleitungen und Schulungen. Zudem gibt sie klare Kriterien für die Ersatzteilgewinnung und Anleitungen zu einer möglichen Reparatur vor. Erst wenn eine Wiederverwertung des gesamten Akkus oder von Einzelteilen nicht mehr möglich ist, gibt die App „rotes Licht“ und der Akku wandert direkt in das Recycling.

Umwelt und Geldbörse profitieren

Second Life zahlt sich aus: Der Vergleich zwischen Reparatur und Neukauf eines 500-Wh-E-Bike-Akkus zeigt, dass durch den Entfall der energie- und materialintensiven Neuproduktion rund 16 bis 30 Kilogramm CO₂-Äquivalente eingespart werden können (Umweltbundesamt.de). Auch wirtschaftlich ist der Ansatz relevant: Ein neuer Qualitätsakku kann mehr als 1.000 Euro kosten. Eine Reparatur ist deutlich günstiger. Wird beispielsweise das Zellpaket, das Herz der Batterie, getauscht, fallen maximal 500 Euro an; viele Fehler können bereits unter 200 Euro Kostenaufwand behoben werden. Durch eine Reparatur kann die Lebensdauer des Akkus verdoppelt werden. Im Rahmen der Initiative wurden am Saubermacher Standort Premstätten bereits 4.000 E-Bike-Akkus gesichtet. Davon können laut Diagnose rund 60 Prozent einer potentiellen Wiederverwendung zugeführt oder alternativ als Ersatzteilquelle genutzt werden.

CEO Liofit, Rico Günther:Zahlreiche E-Bike-Akkus verdienen eine zweite Chance, landen aber vorzeitig auf dem Wertstoffhof. Hier setzt die Zusammenarbeit mit Saubermacher an. Wir vereinen unser Know-How aus Reparatur- und Entwicklungsarbeit mit der Recyclingpraxis von Saubermacher. So können Batterien schneller bewertet und sinnvoll weiterverwendet werden. Das spart Zeit, Ressourcen und Geld.“

Saubermacher Gründer, Hans Roth: „Reuse-Projekte tragen einen wesentlichen Teil zur Vision Zero Waste bei. Gleichzeitig leisten wir mit unserer gemeinsamen Initiative mit Liofit einen Beitrag zu nachhaltiger Mobilität und unterstützen die zunehmende Bedeutung des Radfahrens im Alltag.“

VP Batteries Saubermacher, Thomas Haid: Die Zusammenarbeit mit Liofit als europäischem Marktführer ermöglicht es, datenbasierte Entscheidungen hinsichtlich Reuse oder Recycling zu treffen, gezielt Reparaturkompetenz aufzubauen und Materialien länger im Kreislauf zu halten.

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