Das Bild zeigt zwei Behältnisse mit Bioabfall: links eine durchgestrichene Plastiksackerl-Variante, rechts korrekt in einem braunen Papiersack entsorgte organische Küchenabfälle. Die Gegenüberstellung unterstreicht die Botschaft des Dokuments „Biotonne richtig nutzen“: Plastiksäcke – auch kompostierbare – sind fehl am Platz in der Biotonne. Papierlösungen wie Zeitungspapier oder Papiersäcke sind umweltfreundlicher und kompostierbar. – Saubermacher
9. September 2025

Biotonne richtig nutzen: Warum Bioabfälle wertvoll sind

Die Biotonne ist ein Schlüsselwerkzeug der Kreislaufwirtschaft – doch nur, wenn sie richtig befüllt wird. Viele wissen nicht, dass kleine Fehlwürfe große Auswirkungen haben können. Dieser Beitrag zeigt, was in die Biotonne darf, was nicht und warum es sich lohnt, genau hinzuschauen.

Fehlwürfe in der Biotonne – ein wachsendes Problem

Wenn wir Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz oder Gartenabfälle in die braune Tonne werfen, beginnt ein wertvoller Recyclingprozess: Aus dem Bioabfall entsteht durch Kompostierung nährstoffreicher Humus – ein natürlicher Dünger für Landwirtschaft und Gartenbau. Doch damit dieser Prozess funktioniert, braucht es eine saubere Ausgangsbasis. Häufig landen Störstoffe in der Biotonne, die dort nichts zu suchen haben.

Was gehört nicht in die Biotonne?

Plastiksackerl – auch „kompostierbare“

Sie zersetzen sich oft nicht vollständig oder nur sehr langsam – es bleiben Rückstände und sichtbare Verunreinigungen. Auch „biologisch abbaubare Plastiksackerl“ sind problematisch: Sie lassen sich meist nicht von normalen Plastiksackerln unterscheiden und benötigen für die Zersetzung mehr Zeit als im industriellen Kompostierungsprozess verfügbar ist. Besser: Zeitungspapier oder spezielle kompostierbare Papiersackerl verwenden.

Hygieneartikel (z. B. Windeln, Taschentücher, Feuchttücher)

Diese Produkte enthalten Kunststoffe, Bindemittel oder Chemikalien. Sie gehören nicht in die Biotonne, sondern in den Restmüll, da sie sich nicht zersetzen und das Bodenleben schädigen können.

Speisereste, insbesondere mit Fleisch oder Fett

Größere Mengen von gekochten Essensresten, Fleisch, Knochen oder öligen Speisen führen zu Fäulnis, Gestank und Ungezieferbefall. Diese Stoffe stören das empfindliche Gleichgewicht in der Kompostierung und sind regional oft gar nicht zugelassen.

Tipp: Kleinere Mengen sind je nach Gemeinde erlaubt – besser ist die getrennte Entsorgung über den Restmüll.

Textilien, Schnüre, Netze (z. B. Zwiebel- oder Orangenbeutel)

Diese Materialien verrotten nicht oder nur sehr langsam, verfangen sich in der Sortiertechnik und behindern die Belüftung während der Kompostierung. Es handelt sich um Verpackungs- oder Restmüll.

Behandelte Pflanzenabfälle (z. B. mit Pflanzenschutzmitteln)

Chemische Rückstände können Mikroorganismen im Kompost stören oder abtöten und im fertigen Produkt landen. Dadurch wird die Qualität des Komposts massiv beeinträchtigt. Dieser Abfall gehört in den Restmüll.

Getränkebecher, Einwegverpackungen – auch aus „Bio-Kunststoff“

Sie sind oft nur schwer oder gar nicht kompostierbar, da sie aus mehrschichtigen oder unbekannten Materialien bestehen. Selbst Produkte mit der Aufschrift „kompostierbar“ sind häufig nicht für industrielle Anlagen geeignet und sollten im Restmüll entsorgt werden.

Diese Materialien verrotten entweder gar nicht oder bringen schädliche Stoffe in den Kompost ein. Besonders problematisch sind Mikroplastik und Kunststoffreste, die den fertigen Kompost verunreinigen und seine Verwendung einschränken. Die Nachsortierung von Fehlwürfen ist aufwendig, teuer und nicht immer erfolgreich.

Was darf in die Biotonne?

Die goldene Regel lautet: nur organisches Material pflanzlicher Herkunft und in Maßen auch unbehandelte Küchenpapiere. Konkret:

  • Obst- und Gemüsereste, Strünke, Schalen
  • Pflanzliche Speisereste und Brotreste
  • Kaffeesatz samt Filter, lose Teeblätter
  • Eierschalen
  • Laub, Rasenschnitt, kleine Zweige
  • Unbedrucktes Küchenpapier, Servietten

Kompost ist ein zentraler Baustein für gesunde Böden, sauberes Grundwasser und klimafreundliche Landwirtschaft. Wer richtig trennt, schützt also nicht nur die Natur, sondern spart auch Kosten und Ressourcen. Haben Sie Fragen oder möchten Sie das Kreislaufprodukt Kompost kaufen? Bei Naturgut finden Sie viele weitere Informationen zu Kompost und Erden für Ihr Gartenprojekt.